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wohnen. unter glas

von Ewald Palmetshofer

wohnen. unter glas von Ewald Palmetshofer im theater...und sofort
ist abgespielt. Es war ein wilder Ritt.
Das sagte die Presse:
"Mit drei tollen Darstellern, die den Ton der Figuren punktgenau treffen,zeigt Heiko Dietz im Theater. . . und so fort eine Generation, die unter dem Diktat der Selbstverwirklichung und Traumerfüllung das Glück versäumt. Zornig verhöhnt Max den Zwang, permanent seine "Perspektiven zu maximieren" und "Possibilitäten zu pluralisieren". Er weiß, dass das "Nutten-iPad" beim "Arschloch-Saturn" das "verfickte Loch" in seinem Innern nicht ausfüllen kann. Er weiß Bescheid, allein es hilft ihm nicht. Palmetshofers Sprache mit ihren angefangenen und unvollendeten Stummelsätzen spiegelt nicht nur die Verlegenheiten, sondern die Gedanken und Gefühle dieser Thirtysomethings wieder. Manchmal möchte man sie schütteln, oft muss man über ihr Geplapper lachen. Doch Heiko Dietz interessiert nicht primär die Boulevardkomödie, die in dem Stück steckt und die sich pointenzentrierter ausspielen lässt, als vielmehr das paradigmatische Porträt sich jung und munter gebender traurig-einsamer Menschen, die orientierungslos durch ihr enttäuschend unspektakuläres Leben driften. Das führt seine Inszenierung sensibel und eindringlich vor."
Petra Hallmayer, Süddeutsche Zeitung
"Heiko Dietz inszeniert auf Heinz Konrads Bühne aus grauen Podesten und Klötzen einen streckenweise erstaunlich witzigen Schlagabtausch dreier erstarrter Mittdreißiger.
(...) Sarah Dorsel spielt Babsi (burschikos, kumpelhaft) ... Jeani (Noelle Cartier van Dissel - tussenzickig und etepete) ... Benjamin Hirts Max hält sich die Frauen mit vordergründiger Aufgekratztheit vom Leibe. (...) Irgendwie aufgedreht sind sie alle, wie vor einer Party. Aber die Party ist aus, vielleicht hat sie auch nie stattgefunden."
Christiane Wechselberger, Münchner Feuilleton
"Heinz Konrad, Ausstatter im 'theater ... und so fort', entwarf nun für Regisseur Heiko Dietz eine Lounge von eher urbanem Schick ohne weitere Eigenschaften in verschiedenen Schattierungen von Grau. Dietz verzichtet klugerweise nicht auf die Boulevardkomödie, die in dieser Konstellation ständig lauert und die Schnipseldialoge komisch aufläd. Noelle Cartier van Dissel (Jeani), Sarah Dorsel (Babsi) und Benjamin Hirt (Max) treffen den Ton genau und wecken Interesse an Gestalten, bei denen eigentlich nichts passiert."
Mathias Hejny, Abendzeitung
Inhalt:
Ein Treffen dreier Menschen. Man teilte einst vieles. Man teilte eine Adoleszenz. Und ein bisschen bemüht ideologische Ideen. Nun trifft man sich wieder. Einige Jahre später. Und über diesem Treffen steht der Verlust der Nähe von damals. Weniges hat man sich noch zu sagen, aber in den Köpfen wird es ganz laut. Im Laufe einer Nacht bestimmt man einmal so richtig seinen Standort. Man zieht Bilanz. Man lotet alte Nähe aus. Man lässt die Körper aufeinander prallen und die Hirne lärmen. Und am nächsten Morgen besteigt man einen Berg. Und es gibt auch was zu feiern. Weil es wird da wer heiraten.
Wohnst du noch, oder lebst du schon? Die Frage nach dem Wohnen wird hier zur Frage nach deiner Seinsweise überhaupt. Wenn du tatsächlich in einer gänzlich postideologischen Zeit angelangt bist, dann scheint dein Wohnen trotzdem immer noch darüber Aufschluss zu geben, ob du erfolgreich bist, oder nicht – beruflich wie privat, finanziell wie emotional. (Ewald Palmetshofer)
wohnen. unter glas observiert humorvoll schmerzhaft die Lebensentwürfe der Mittdreißiger. Ewald Palmetshofer nimmt sich dieser Sinnsuche mit einer konsequenten Sprachgestaltung an. Da rasen die Worte herein wie eine Zukunft und da versagen sich die Worte – auch wie eine Zukunft. Die Worte seiner Protagonisten fließen und stoppen sich fortwährend, es entsteht eine verbale Abbildung der Unbeständigkeit all der verhandelten Lebensumstände und der Brüchigkeit der Zeit.

Mit Noelle Cartier van Dissel, Sarah Dorsel und Benjamin Hirt
Regie: Heiko Dietz
Assistenz: Johannes Haag
Dramaturgie: Lyla Cestier
Musik/Sound: Tobias Bosse
Veranstalter: Unschulds GbR 2015
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der LH München und THETA e.V.
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